Treffen und Fortbildung 2017

Termin: 15.09.2017 bis 17.09.2017

             Freitag, 17:00 Uhr bis

             Sonntag, ca. 14:00 Uhr

 

Ort:       Humboldt-Institut, Zellerseeweg 11

             88427 Bad Schussenried

 

Anmeldeschluss: 15.08.2017

Senden an:

Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.

Christina Neidenbach

Brunnenstraße 5

70372 Stuttgart

Teilnahmegebühr inclusive 2 Übernachtungen, Vollverpflegung und Workshopkosten:

 

EUR 100 für Teilnehmer einer LABW-Mitgliedsbühne

 

EUR 125 für Teilnehmer einer Mitgliedsbühne anderer Landesverbände und für Einzelmitgliedschaft

 

EUR 175 für Nichtmitglieder

 

Einzelzimmerzuschlag EUR 15

 

DABEI SEIN und MITMACHEN!

Es geht um Erfahrungs- und Informationsaustausch, um Vernetzung und natürlich um die Fortbildung der Teilnehmenden. Dazu konnten wir 3 hochkarätige ReferentInnen für 3 abwechslungsreiche Workshops gewinnen.

Gabi Altenbach                                 Nicholas Humphrey                          Jürgen von Bülow

Erzähltheater, Gabi Altenbach

 

Das mündliche Erzählen ist die älteste Form der darstellenden Kunst: An jedem Ort, ohne Requisiten und Kostüme ist der Erzähler fähig, durch seine Erzählkunst ein Geschichtenfeuerwerk zu entzünden und im Kopf des Publikums eine Bühne entstehen zu lassen, auf der jeder Zuschauer sein eigenes Stück vor seinem inneren Auge sehen kann.

Die Form des Erzähltheaters ermöglicht durch den Wechsel zwischen Erzählung und gespielten Szenen im Stück weite Reisen zurückzulegen, durch die Zeit zu springen und viele verschiedene Figuren auftreten zu lassen.

In diesem Kurs geht es ausgehend von Erzählspielen und improvisierten Geschichten hin zum gestalteten Erzählen einer traditionellen Geschichte und den Möglichkeiten der theatralen Umsetzung.

 

Gabi Altenbach

Theaterpädagogin, leidenschaftliche Geschichtenerzählerin

 

Ausgebildet an der Hochschule der Künste (HdK) Berlin bei Prof. Kristin Wardetzky hat Gabi die Kunst des Erzählens in ihre theaterpädagogische Arbeit integriert und steht mit eigenen Erzähltheaterproduktionen auf der Bühne. Sie war neun Jahre lang Theaterpädagogin an den Theatern Zwickau, Würzburg und zuletzt Konstanz.

Inzwischen lebt sie in München und gibt Erzählkurse für Amateure und Profis, inszeniert Theaterstücke und tritt als Erzählerin in Schulen, auf Kleinkunstbühnen und Erzählkunstfestivals auf. Gemeinsam mit zwei Erzählkolleginnen hat sie in München in dem Projekt GANZ GRIMM alle 200 Märchen der Brüder Grimm erzählt.

 

 

AUTHENTIZITÄT IM AUGENBLICK: DIE MEISNERMETHODE, Nicholas Humphrey

 

Warum fiebern wir beim Fußball in jeder Minute mit, während wir uns im Theater oft langweilen? Weil im Gegensatz zum Theater weder die Akteure noch die Zuschauer eines Sportwettkampfes wissen, was im nächsten Moment passieren wird. Basierend auf dieser Erkenntnis entwickelte der amerikanische Schauspiellehrer Sanford Meisner eine Methode, die der Quadratur des Kreises gleichzukommen scheint: den Schauspielern soll ermöglicht werden, in einem bekannten Stück mit einstudiertem Text von Augenblick zu Augenblick authentisch und unvorhergesehen zu agieren. »Acting is re-acting« ist seine Maxime.

In diesem Workshop soll die Meisnermethode erlernt und an einem Skript ausprobiert werden. Im Mittelpunkt steht hierbei die Schärfung der eigenen Wahrnehmung und Wahrhaftigkeit, die Auslotung des persönlichen emotionalen Spektrums, Vertrauensbildung in der Gruppe sowie das Entdecken ungeahnter Möglichkeiten in Text und Spiel. Ein Workshop für alle, die das SPIEL in Schauspiel groß schreiben und sich fragen, wie das mit einem festgeschriebenen Text vereinbar ist.

 

Nicholas Humphrey

Lehrer, Theaterpädagoge (BuT), freischaffender Regisseur · Heidelberg, London

 

Nicholas studierte an der Royal Academy of Dramatic Art in London mit Schwerpunkt Regie; Ausbildung in der Meisnermethode bei Scott Williams; Regiearbeit für Theatre Collection und Butterfly Theatre Company London, für das English Theatre Hamburg sowie für die internationalen Touren von White Horse Theatre. Lehraufträge im Studiengang Theaterpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg sowie im Magisterstudiengang Schauspiel an den Arts Educational Schools London. Da er selbst in zwei Kulturen aufgewachsen ist, interessiert sich Nicholas besonders für interkulturelle Theaterprojekte und bringt in seiner AG-Arbeit an einem Heidelberger Gymnasium englischsprachige Stücke mit deutschen Jugendlichen auf die Bühne.

 

 

SKETCH, KOMÖDIE, BOULEVARDTHEATER – ABER BITTE MIT NIVEAU!

Jürgen von Bülow

 

Schon bei der Leseprobe wird herzlich gelacht, bei den Proben noch mehr, doch wenn die Vorstellung läuft ist der Applaus verhalten. Der Sketch, das Mini-Stück, die Komödie wurde andernorts frenetisch gefeiert, doch die eigene Produktion ist ein Flopp.

Wie schafft es der unvergleichliche Loriot, dass wir uns so köstlich über seine Sketche und die Art und Weise, wie er sie darstellt, amüsieren? Was ist überhaupt das Geheimnis eines witzigen Dialogs? Hilft es, genau zu wissen, ob man seinen Sketch „aktionsgeladen“ oder „figurengeladen“ erarbeitet? Was steckt hinter der Aussage: „Timing ist alles“?

Die Frage: „Warum lachen wir überhaupt?“ soll ernsthaft geklärt werden. Ausgesuchte Szenen werden gemeinsam analysiert und erarbeitet. Immer wieder gibt es kurze Filmausschnitte einer entsprechenden Theaterproduktion zu sehen.

Im Kurs werden die wesentlichen Prinzipien und Werkzeuge gezeigt, wie man Sketche so aufbaut, dass sie funktionieren.

 

Jürgen von Bülow

Schriftsteller, Dozent, Drehbuchautor, Regisseur

 

Jürgen erhielt schon zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Er schrieb für den SWR, u.a. 8 Jahre für den Tigerenten Club. Ein nicht unwesentlicher Teil der Sendung waren Sketche, kurze und kleine Spielszenen. Außerdem hat er einen Comedy-Abend inszeniert, welcher über 400 Aufführungen hatte. Daneben inszenierte er Komödien an folgenden Bühnen: Theatergruppe Hohenheim, Jakobus-Theater Karlsruhe, Die Koralle Bruchsal, Boulevärle Stuttgart, Theaterverein Weinsberg, Schmalzhafenbühne, Naturtheater Grötzingen, Schaubühne Sindelfingen, Glasperlenspiel Asperg.