Seniorentheatertreffen 2017

Erfahrungsaustausch und Workshops
Seniorentheatertreffen vom 15.09. bis 17.09.2017 in Bad Schussenried

 

 

 

 

„Einige Dinge im Raum schmecken richtig gut“...

 

...meinte Nicholas Humphrey, der nach der Sanford-Meisner-Methode in seinem Kurs arbeitete. Und so wurde die Wahrnehmung der Teilnehmenden geschult mit allen Sinnen und die eigene Perspektive, durch hochklettern oder auch mal am Boden liegend, verändert.

Das Motto: Agieren, also schauspielern, bedeutet reagieren!

Dazu gab es Übungen zu den Fragen: Welcher Impuls wird in mir ausgelöst durch das genaue Beobachten meines Gegenübers? Was bewirkt mein TrainingspartnerIn in mir? Locker, losgelöst und neugierig, ohne hemmende Gedanken an bereits Gelerntes, wurde ausprobiert und experimentiert.

„Das Ei ist hart!“

 

Bei Jürgen von Bülow ging es um die Auseinandersetzung mit dem Sketch „Das Frühstücksei“. Dass gerade solch vermeintlich einfachen Texte ihre Tücken haben, zeigte sich beim Ausprobieren sehr schnell. Loriots Sketch wurde in verschiedenen Variationen gespielt, und dabei wurde klar, dass exaktes Arbeiten enorm wichtig ist. Eine große Gefahr kann sonst übertriebenes Spiel oder auch ein Zuviel an Aggression darstellen. Timing, Pausen und das Stellen der Personen im Raum gehörte zu den Übungen, die immer wieder verändert wurden. „Warum war es jetzt gerade sehr witzig und davor nicht?“

Diesem Geheimnis kam man bei diesem Workshop um einiges näher.

 

 

 

„Du hast das Bratwürstchen aufgegessen?“

 

Um Märchen und Mythen ging es bei Gabi Altenbach. Sie bildeten die Grundlage für das Erarbeiten einer Geschichte, an deren Ende die freie Erzählung stand, die jede/r auf seine eigene Art und Weise vortragen konnte. Anhand eines Storyboards wurde die ausgesuchte Geschichte auf große Papierbogen gemalt und sichtbar gemacht. Die dadurch entstandene Struktur bildete den roten Faden und ermöglichte sehr gut die Verinnerlichung des Textes. In einer „stop and go“-Übung wurde dann unterschieden zwischen der voranschreitenden Aktion der Geschichte und der Beschreibung eines Ortes oder der Charakterisierung einer Person.

„Kultur für Senioren kommt oft nur als Kinderchor an Weihnachten vor“

 

In einer extra Spielleiterrunde entstand ein reger Austausch über Möglichkeiten, Motivation, Wertschätzung, Unterstützung oder auch das Selbstverständnis von alten Menschen auf der Bühne. Wünsche wurden genannt und Ideen für die nächsten Fortbildungen notiert.

 

Umrahmt waren diese Aktivitäten von einer spielerischen Vorstellung am ersten Abend, einem gemeinsamen „Start in den Tag“ aller TeilnehmerInnen am Morgen und einem gemütlichen Beisammensein am Abend. Und wer wollte, konnte auch noch das hauseigene Schwimmbad nutzen.

 

Eine gelungene Fortbildung, die so oder ähnlich auch im nächsten Jahr stattfinden wird! 

Schon bei der Ankunft zeigte sich das internationale Flair im Jugendgästehaus des Humboldtinstituts in Bad Schussenried. Viele Jugendliche bevölkerten die Flure, und ein großes Stimmengewirr ließ einzelne Sprachfetzen in spanisch und italienisch vernehmen.

Also wieder alles neu, nachdem sich im letzten Jahr die Tagungsräume in Stuttgart-Plieningen für das Seniorentheatertreffen als zu klein erwiesen hatten. Und die Räume waren diesmal nicht nur größer, sie hatten noch ganz andere Qualitäten.